Auf Einladung des BKM Dr. Wolfram Weimer nahm Nina George als politische Beauftragte des Netzwerk Autorenrechte (NAR) sowie des European Writers’ Council (EWC) teil am „Fachgespräch Urheberrecht“ am 4/11/25 im #Bundeskanzleramt, und gab im Namen der Buchautor:innen und Übersetzer:innen folgende Forderungen weiter:
1. Verpflichtende Transparenz
Transparenz bedeutet hier: Evaluation der Urheberrechtsrichtlinie 2019/790, die in #2026 auf EU-Ebene ansteht, speziell zu Lücken im Vertragsrecht: Ohne verpflichtende Transparenz auch dritter Vertragsparteien (Lizenznehmer im Ausland; e-Book-Verleih in Bibliotheken; Flatrates …), kann kein Urheber sich darauf verlassen, dass jede Nutzung seines Werkes vergütet wird. Wir benötigen Transparenz, damit Urheber:innen sicher sind, dass JEDE Nutzung des Werkes vergütet wird.
2. VERHÄLTNISMÄßIGKEIT
Verhältnismäßigkeit! In Deutschland wurde keine verhältnismäßige Vergütung verankert. Das bedeutet, dass auch Erfolgstitel schlecht bezahlt werden dürfen. Hier muss der nationale Gesetzgeber nacharbeiten und die Verhältnismäßigkeit der Vergütung gesetzliche festschreiben, um Autoren zu stärken und nicht noch mehr zu schwächen.
3. NEIN zu DIEBSTAHL
TDM ist nicht (generative) KI – Training von GEN KI ist unvereinbar mit „ Text- und DataMining“. Die Überinterpretation der Artikel 3 und 4(3) der Urheberrechtsrichtlinie zugunsten AI /TDM hat für irreparablen Schaden gesorgt und suggeriert zu Unrecht nicht-europäischen „KI“-Entwicklern, sie könnten sich gratis und ungefragt von den Leistungen, Arbeitszeit und originären, geschützten Werken der Buchautoren bedienen. Weder wurde „generative KI“ in der Richtlinie überhaupt erwähnt noch die Auslegung, dass Text und Data Mining „KI-Training“ umfasse, von der deutschen und europäischen Gesetzgeberin gewollt. Das bisherige Vorgehen ist Diebstahl und zerstört den dt. und europ. Wirtschafts- und KreativRaum.
Im Namen von Autor:innen und Übersetzer:innen bitten wir Sie, Dr. Weimer: Erinnern Sie die MdB + MdEUP an deren Rückgrat, sich FÜR UNS einzusetzen!
4. Transparenz, die Zweite
Ohne Pflicht zur vollen Transparenz beim
Input – was steckt von wem für was in KI-Anwendungen – als auch beim
Output und der
KI-Kennzeichnung: welche Bücher bei Amazon werden mit „KI“ automatisch zusammen ge(re)mixt, welche Presseartikel schmiert längst GPT zusammen – kann der kulturelle Markt nicht überleben.
Verbrauchertäuschung und Vergütungsbetrug dürfen nicht normalisiert werden!
5. Schadensevaluation:
Wir fordern von BKM, BMJV und Wirtschaftsministerium, das Ausmaß des bereits entstandenen Schadens auf Markt, Sozialhaushalt, Steuerlast und Einkommen zu vermessen.
- Wie viele KSK-Beiträge werden seit „KI“-Illustratoren, -„Übersetzern“-, „Textern“ nicht mehr bezahlt?
- Wer hat wie viel an Aufträgen verloren?
- Wie viele „KI“-Produkte und Scheinbücher sind im Markt, graben menschlichen Autoren Umsätze ab?
- Wie viele KI-Produkte profitieren heimlich von Kulturgutprivilegien – wie staatliche Förderung für Verlage, Übersetzungen, Stipendien, oder sacken sich illegal VG Wort-Vergütung ein?
- Wie sieht auf lange Sicht die sinkende Einzahlung in Altersvorsorge durch Kulturschaffende aus, wenn diese erst durch „KI“ enteignet, und dann ersetzt werden?
und:
- Wie soll der Staat dies ausgleichen?
Lieber Dr Weimer, es gibt viel zu tun – packen Sie’s an?

Alle Bilder ©: BKM / bundesfoto/Schmid














